Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.

Flyer BeatkonzertAm 31. Oktober 1965 versammelten sich hunderte Jugendliche auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz in Leipzig, um gegen den Kahlschlag der Beatszene zu protestieren. „The Butlers“ und andere beliebte Leipziger Bands durften nicht mehr spielen, galten der SED als zu „westlich-dekadent“. Die Staatsmacht löste die Beatdemo schließlich brutal auf und nahm mindestens 267 Fans vorläufig fest. Gegen 162 Jugendliche wurden „Straf- und Erziehungsmaßnahmen“ eingeleitet, über 100 Beatfans wurden direkt im Anschluss für zwei bis drei Wochen in ein „Arbeitserziehungslager“ im Braunkohletagebau bei Leipzig eingewiesen, wo sie im Gleisbau körperlich hart arbeiten mussten.

Mit Unterstützung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, der Stadt Leipzig und privatem Sponsoring sowie unseren Partnern sind spannende Veranstaltungen geplant, um an das größte Leipziger Protestereignis zwischen dem 17. Juni 1953 und der Friedlichen Revolution 1989 zu erinnern.

30.10. 20 Uhr
Festkonzert All you need is beat. 60 Jahre Leipziger Beatdemo und Verbot von „The Butlers“
Lindensaal Markleeberg
ausverkauft, Warteliste
31.10.

11 Uhr und 14 Uhr

Live-Beatmusik auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz mit Stephan Langer & Thomas Spillner

 

11.30 Uhr und 14.30 Uhr
Rundgang durch die Innenstadt zu Orten der Beatdemo mit Zeitzeug:innen, Live-Beatmusik und Ausschnitten aus dem neuen Audiowalk von Diana Wesser „Freiheit für alle Beatfans!“ (Siehe auch 2.11.)

Begrenzte Platzzahl, bitte Anmeldung für den Rundgang an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Treff: Wilhelm-Leuschner-Platz, Bühne

 

"17 Uhr
„Freiheit für alle Beatfans! 60 Jahre Leipziger Beatdemo“: Empfang, Präsentation und Austausch zur Leipziger Beatdemo
Eine Veranstaltung des Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. in Kooperation mit dem Schulmuseum Leipzig
Mit Uwe Schwabe, Gerhard Pötzsch und Juliane Thieme; Musik: Robert Herrmann, Jazzpianist 
Ort: Schulmuseum - Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig, Goerdelerring 20, 04109 Leipzi

19.30 Uhr
Mediengeschichte des Protests #4: Beatdemo. Politik und Musik damals und heute
Eine Podiumsveranstaltung der Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum der DNB und dem Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.
Mit Steffen Lippold, Thomas „Monster“ Schoppe, Hendrik Bolz
Ort: Bundesarchiv/ Stasi-Unterlagen-Archiv Leipzig (Saal), Dittrichring 24, 04109 Leipzig

 02.11. 14 Uhr
„Freiheit für alle Beatfans!“ Audiowalk von Diana Wesser durch die Leipziger Innenstadt, mit Führung durch die Künstlerin
Begrenzte Platzzahl, bitte Anmeldung an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Eine Veranstaltung des Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.
Treff: Wilhelm-Leuschner-Platz, Großfotos
27.10
bis
14.11.
Auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz erinnern drei Großfotos Passant:innen an das Protestereignis von 1965

Veranstaltungsplan als pdf-Datei

Flyer zum 60. Jahrestag der "Beat-Demo" (pdf)

 

Es werden immer noch Zeitzeug:innen der Leipziger Beatdemo gesucht! Bitte melden Sie sich bei uns!

 

Bisher liegen 830 STOLPERSTEINE an 287 Orten in Leipzig. Jetzt werden 16 weitere Steine für Opfer der NS-Diktatur folgen. Vor den ehemaligen Wohnorten verfolgter und ermordeter Menschen werden diese Erinnerungsmale ebenerdig in den Gehweg verlegt. Zu den Verlegungen begrüßen wir Familienangehörige aus den USA, Israel und Deutschland.

Beim Einbau der Steine werden wir vom Städtischen Eigenbetrieb Behindertenhilfe (SEB) unterstützt.

www.stolpersteine-leipzig.de

--> Ablauf und Biogramme

 

Vom 10. Juli bis 28. September 2025 präsentiert der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus unsere Wanderausstellung. Diese gewährt einen Einblick in den seit 2014 im Archiv Bürgerbewegung Leipzig verzeichneten Bestand des Fotografen. Gezeigt werden Dabdoubs frühe Arbeiten aus dem Libanon, seine Sicht auf den Alltag in der DDR und seine sozialdokumentarischen Aufnahmen der Transformation in Ostdeutschland in den 1990er Jahren.

 

Dienstag – Sonntag, 12 bis 18 Uhr, Eintritt frei, Ausweis erforderlich

Ausstellungsort:

Willy-Brandt-Haus

Stresemannstraße 28

10963 Berlin

 

Am 13. September 2025 führt der Fotograf ab 15 Uhr durch die Ausstellung.

Weitere Infos zur Ausstellung hier.

 

Gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Quelle: ABLUnsere quellenreiche Plakatausstellung erinnert an die Leipziger Beatdemonstration vom 31. Oktober 1965, die sich diesen Herbst zum 60. Mal jährt. Sie zeigt das wechselvolle Verhältnis von Jugend, Musik und Politik in der DDR zwischen 1955 und 1975. Wie hat sich die Jugendkultur um Rock 'n' Roll und Beat unter den Bedingungen der Ulbricht-Ära zwischen partieller Förderung, Zensur und Repression entwickelt?

Am Beispiel der Leipziger Beatband "The Butlers" werden die frühen sechziger Jahre zwischen Mauerbau, kulturpolitischen Aufbruch und wieder einsetzendem "Kahlschlag" nach dem 11. Plenum dargestellt. Im Mittelpunkt steht die Leipziger Beatdemonstration 1965, an welcher 500 bis 800 "Beatniks" teilnahmen, denen die Staatsmacht fast das Doppelte an Polizei und zivilen Sicherheitskräften gegenüberstellte, welche mit unangemessener Härte gegen die Jugendlichen vorgingen. Es folgten zahlreiche Verhaftungen und Verbringung in Zwangsarbeitslager ohne Verständigung der Angehörigen. Den Abschluss der Ausstellung bilden die weitere Entwicklung populärer Musik Ende der sechziger Jahre und die X. Weltfestspiele von 1973, welche die "Weltoffenheit" des SED-Regimes nach dem Machtwechsel zu Honecker suggerieren sollte. Obgleich öffentliches Zwangshaareschneiden und Jeansverbot der Vergangenheit angehörten, bediente man sich auch weiterhin einer Vielzahl repressiver Mittel, um nicht angepasste Jugendliche in die engen Schranken der sozialistischen Freizeitkultur zu weisen.  

Wo:

Bundesarchiv - Stasi-Unterlagen-Archiv Leipzig

Dittrichring 24

04109 Leipzig

Das Gebäude ist nicht vollständig barrierefrei.

 

Öffnungszeiten:

Mo bis Fr: 8 bis 18 Uhr

Sa und So: 10 bis 18 Uhr

Achtung, Öffnungszeiten können abweichen, bitte vorher unter 030/18 66 53 333 nachfragen!

Journalistinnen aus Argentinien, Brasilien, Chile, Peru und Venezuela besuchten am 2. Juni 2025 das ABL. Die Archivleiterin Saskia Paul stellte das Archiv und seine Bildungstätigkeit vor. Auf großes Interesse stießen v. a. die originalen Fotos und Dokumente des Archivs.

Im Rahmen einer Studienfahrt der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur statteten zudem am 4. Juni 2025 bulgarische Expert:innen für Erinnerungskultur dem Archiv einen Besuch ab. Sie informierten sich über die Geschichte, das einmalige Archivgut zu Widerstand und Opposition in der DDR und die Tätigkeitsfelder des ABL. Die historisch-politische Bildungsarbeit des Archivs, insbesondere die Nutzungsmöglichkeiten der digitalen Lehr- und Lernplattform https://dieanderejugend.de/ zu Jugendsubkulturen in der DDR, beeindruckten die Gäste.

 

Wir beteiligen uns an der Ringvorlesung „Grenzen, Umbrüche, Transformationen: Künste und Kulturen vor und nach 1989/90“ der Universität Leipzig und laden ein zur Veranstaltung:

„Menschen auf Augenhöhe begegnen“ – Alltagsfotografie im Nahen Osten, in der DDR und der BRD

am 17. Juni 2025 von 17 bis 19 Uhr mit Mahmoud Dabdoub und Diana Stiehl.

 

Veranstaltungsort: Hörsaalgebäude der Universität Leipzig, Universitätsstraße 3, 2. OG, Hörsaal 12 (Eintritt frei.)

 

Seit 2014 werden im Archiv Bürgerbewegung Leipzig (ABL) kontinuierlich die Negativfilme von Mahmoud Dabdoub (*1958 in einem palästinensischen Flüchtlingslager im Libanon) digitalisiert, erschlossen und für verschiedenste Projekte zur Verfügung gestellt. 1981 kam Dabdoub dank eines Stipendiums in die DDR und dokumentiert seitdem den Alltag seiner Mitmenschen im Nahen Osten, der DDR und dem wiedervereinigten Deutschland mit der Kamera. Diana Stiehl betreut u. a.  die Fotosammlung des ABL und kommt 35 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung mit dem Fotografen ins Gespräch über dessen migrantische Perspektive auf Kunst, Kultur, Alltag und Politik in der DDR sowie auf die gesamtgesellschaftliche Transformation ab 1989/1990.

-->Plakat zur Ringvorlesung

Weiterführende Informationen zum Programm der Ringvorlesung unter: https://www.bpb.de/pift2025/561239/ringvorlesung-grenzen-umbrueche-transformationen/

 

Das Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig und das ABL laden herzlich ein zur feierlichen Übergabe der neuen Medienstation „Die andere Jugend“, die in den kommenden Monaten Teil des DDR-Schaudepots im Schulmuseum wird. Die interaktive Station basiert auf der digitalen Lernplattform www.dieanderejugend.de, welche Jugendkulturen in der DDR und der Transformationszeit beleuchtet – „unangepasst, eigensinnig, anders …“. Die Lernplattform wurde vom ABL entwickelt und bietet einen multiperspektivischen und alltagsnahen Zugang für Jugendliche zu Jugendprotesten, Subkulturen und alternativen Lebensentwürfen im Osten Deutschlands.

Im Schulmuseum steht aktuell das Modul „Die offizielle Jugendkultur der DDR“ zur FDJ im Fokus. Viele der interaktiven Elemente des Moduls korrespondieren und ergänzen die präsentierten Inhalte im DDR-Schaudepot. Die Präsentation im Schulmuseum Leipzig ist der Auftakt für eine engere Zusammenarbeit beider Institutionen.

 

Donnerstag, 8. Mai 2025, 16 Uhr

Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig, obere Ausstellungsetage

Goerdelerring 20, 04109 Leipzig

Im Rahmen der Leipziger Buchmesse lädt die Stiftung Sächsische Gedenkstätten gemeinsam mit dem Archiv Bürgerbewegung Leipzig e. V. und dem Haus der Demokratie Leipzig e. V. am 29. März 2025 um 19.00 Uhr zu einem Autorengespräch über das in der Schriftenreihe der Stiftung neu erschienene Buch zur Geschichte der Staatssicherheits-Bezirksverwaltung Dresden in das Haus der Demokratie Leipzig (Bernhard-Göring-Straße 152, 04277 Leipzig) ein.

Ulrike Bertus (Haus der Demokratie Leipzig) wird mit dem Historiker Dr. Heiko Neumann über das von ihm verfasste Werk „Ein Ort für ‚Menschen mit neuem Bewusstsein‘. Lebenswelten hauptamtlicher Mitarbeiter der Bezirksverwaltung Dresden des MfS 1950 bis 1989“ gemeinsam mit dem stellvertretenden Stiftungsgeschäftsführer Sven Riesel sprechen.

Heiko Neumann ist Mitglied im Trägerverein „Erkenntnis durch Erinnerung e. V.“ der Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden. Die Buchvorstellung wird spannende Einblicke in aktuelle Forschungsergebnisse rund um die Struktur- und Baugeschichte sowie zu den Lebenswelten der Mitarbeiter der Stasi-Bezirksverwaltung Dresden geben.

Der Eintritt ist frei.

Hinweis: Bereits ab 18 Uhr sind alle herzlich zu einer Führung durch das geschichtsträchtige Haus der Demokratie und das Archiv Bürgerbewegung Leipzig eingeladen.

Verbrechen an der Ukraine und unser Gedenken

Am 24. Februar 2025 jährt sich die Großinvasion Rußlands gegen die Ukraine. Zugleich gedenken wir der toten der Maidan-Revolution im Februar 2014. An die Fenster der Nikolaikirche stecken wir Blumen, wie 1989, als Ausdruck des Mitgefühls und der Trauer. Und: Die Ukraine hat in ihrer Geschichte übergroßes Leid und Verbrechen erfahren müssen. Dafür stehen die Großinvasion, die Opfer der Maidan-Revolution sowie der Holodomor, die von Diktator Stalin herbeigeführte Hungerkatastrophe gegen Ukrainer und Ukrainerinnen in den 1930er Jahren der Sowjetunion.

Das Podium mit dem Kulturwissenschaftler und Experten für die Geschichte des ukrainischen Volkes Nathanael Wolff und die Rede des Philosophen Gottfried Böhme an diesem Abend stehen im Gedenken an die Opfer, die das ukrainische Volk bringt.

17:00 Friedensgebet

18:00 Gedenkrede zum Holodomor und zur Großinvasion

18:30 Podium und Kundgebung

19:30 Ende

Flyer (pdf) -->

Rede Gottfried Böhme (pdf) -->


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