Im Zuge des Projektes STOLPERSTEINE gelangten viele persönliche Dokumente in den Bestand des Archiv Bürgerbewegung. Dazu gehören auch zwei jüdische Lebensberichte, von Menschen, die die Shoah überlebten und ihren Leidensweg nach ihrer Befreiung aufgeschrieben hatten. In Kooperation mit dem Riebeckstraße 63 e.V. verdichten die Schauspielerin Lysann Schläfke und der Schauspieler Peter Schneider jene Berichte zu einer Textmontage. Unterstützt wird die Lesung durch die Gesangsstimme von Luise Lein.
Wann: 23.6.2026, 18 Uhr
Wo: Riebeckstr. 63 (Innenhof), 04317 Leipzig
„Bärbel Bohley - Tagebuch einer Auflehnung“ - Filmpremiere mit Regisseur Fosco Dubini am 20. Juni 2026!
Deutschland, Schweiz 2025 von Fosco Dubini, Barbara Marx, 96 min., Dokumentarfilm
Bärbel Bohley war eine ostdeutsche Künstlerin und Bürgerrechtlerin. Sie wurde 1988 als Oppositionelle in der DDR verhaftet und zwangsweise in den Westen abgeschoben. Über die Zeit in Westdeutschland und ihre Reisen nach England, Frankreich und Italien sowie ihre Begegnungen mit westeuropäischen Intellektuellen und Politiker:innen führte sie ein Tagebuch als Zeugnis ihres ungebrochenen Widerstands. Nach 6 Monaten erkämpfte sie ihre Rückkehr in die DDR – ein einmaliger Vorgang. Sie wurde Mitbegründerin der Bürgerrechtsbewegung „Neues Forum“ und das prominente Gesicht der Friedlichen Revolution 1989. Sie verstarb 2010 an Krebs.
Die kurze intensive Phase radikaler Veränderung 1988–89 in der DDR steht im Fokus des Films. Parallel zu den Stationen des Tagebuchs, denen die Filmerzählung folgt, schildern enge Freunde und Mitstreiterinnen ihre eigenen Erfahrungen mit der Staatssicherheit, den perfiden Unterdrückungsmaßnahmen und den Haftbedingungen im Gefängnis Berlin Hohenschönhausen.
Im Anschluss laden wir zum Gespräch mit dem Regisseur Fosco Dubini ein.
Moderation: Stephan Bickhardt, Bürgerrechtler und Weggefährte
Samstag, 20.06.2026, 17 Uhr
Kinobar „Prager Frühling“
Bernhard-Göring-Straße 152
04277 Leipzig
Vom 25. April bis 16. Mai 2026 präsentiert die Kunstsammlung VNGart die Ausstellung „Present Collective II“, die sich Momenten des Wandels widmet. Diese Übergänge von einem Zustand in einen anderen, sind oft verbunden mit neuen Regeln und Unsicherheiten. Manche Umbrüche führen wir bewusst herbei, andere entziehen sich unserer Kontrolle. Nicht selten lassen sie sich erst im Rückblick als solche erkennen. Die von Juness Beshir kuratierte Ausstellung versammelt 34 künstlerische Positionen, die sich auf unterschiedliche Weise mit Brüchen, Übergängen und Transformationen auseinandersetzen. Integriert wurden auch Teile unserer aktuellen Wanderausstellung zum Fotografen Mahmoud Dabdoub, der sowohl den Alltag in der DDR als auch die anschließende Transformation mit seiner Kamera dokumentierte.
Die Ausstellung wird am 24. April 2026 um 18 Uhr eröffnet.
Ausstellungsort:
Werkschauhalle (Halle 12) der Baumwollspinnerei Leipzig
Spinnereistraße 7
04179 Leipzig
Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Freitag: 12 bis 17 Uhr
Samstag: 11 bis 17 Uhr
Weitere Informationen zur Wanderausstellung: https://www.archiv-buergerbewegung.de/ausstellungen/ausleihbare-wanderausstellungen/770-die-strasse-ist-mein-atelier-fotografien-von-mahmoud-dabdoub
Am Mittwoch, 18. März 2026, stellen wir – die Vereine Haus der Demokratie Leipzig e.V., Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. und der Behindertenverband Leipzig e.V. – unser durch die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte gefördertes Projekt „Das Haus der Demokratie – gelebte Demokratiegeschichte“ vor. In dem zweijährigen Projekt beleuchten wir die frühen 1990er Jahre im damals neuen Haus der Demokratie, schauen, wie Demokratie und Teilhabe als Praxis eingeübt wurde und was wir heute für die politische Bildung daraus lernen können.
Was wir in den kommenden zwei Jahren vorhaben, welche Praxispartner wir dafür bereits gewinnen konnten und wie sich das Haus der Demokratie durch das Projekt verändern wird, wollen wir Ihnen und Euch am Mittwoch gerne ausführlich zeigen.
Wann: 18. März 2026, 17 bis 18 Uhr
Wo: Haus der Demokratie Leipzig, Raum 203
Das Archiv Bürgerbewegung Leipzig beteiligt sich am Tag der Archive am 7. März 2026.
In diesem Jahr steht der Tag der Archive unter dem Motto „Alte Heimat – Neue Heimat“. Auch das ABL öffnet zwischen 10 und 16 Uhr seine Türen und lädt ein:
10.30 Uhr - Blick ins Magazin – Archivführung
14.00 Uhr - Zeitzeugengespräch mit Bernd Stracke, als Punk 1986 in die Bundesrepublik freigekauft
Die im Archiv Bürgerbewegung aufbewahrten Dokumente und Fotografien erzählen spannende Geschichten über Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten oder (mehr oder weniger) freiwillig eine neue gesucht haben. Die Archivführung ermöglicht einen Blick „hinter die Kulissen“, in das Magazin und in die Bestände. Gezeigt werden u. a. zahlreiche Fotografien zur Devastierung im Leipziger Südraum und zum städtebaulichen Wandel Leipzigs seit 1990.
Wir präsentieren zudem die Wanderausstellung "Exit. Reise ohne Rückkehr?". Sie erzählt die Lebensgeschichten von sieben Ostdeutschen, die in den 1970er- und 1980er-Jahren in die Bundesrepublik übersiedelten.
Zu Gast ist außerdem Bernd Stracke, der als Punk der ersten Generation in Leipzig massiver Überwachung und Verfolgung ausgesetzt war. Schließlich entschied er sich für das Stellen eines Ausreiseantrages. Er wurde 1986 aus der Haft freigekauft und ging nach Westberlin. Wir wollen von ihm wissen, wie das für ihn war mit dem Verlust der alten und dem Ankommen in der neuen Heimat.
Weitere Informationen zum Tag der Archive
Freiheit für alle Beatfans! Die Leipziger Beatdemonstration von 1965 - Ausstellung, Zeitzeugengespräch und Austausch
Einführung von Juliane Thieme, Historikerin und Pädagogin im Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.
31. Oktober 1965 – hunderte Jugendliche versammeln sich friedlich auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Sie protestieren gegen das Verbot ihrer Beatbands. Die DDR-Staatsmacht löst die Beatdemo gewaltsam auf - Wasserwerfer, Schlagstöcke und Hunde sind im Einsatz. 267 Fans werden „zugeführt“. Gegen 162 Beat-Fans werden Strafmaßnahmen verhängt - ein Großteil muss im Braunkohletagebau schwere Arbeiten verrichten. Damit war die Leipziger Beatdemo das größte Protest-Ereignis zwischen dem 17. Juni 1953 und der Friedlichen Revolution 1989/90 in Leipzig. Wie kam es zur Leipziger Beatdemo? Wir blicken auf die Ursachen und die Erfahrungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen.
Haben Sie auch Erinnerungen an Ihre Jugend in den 1960 Jahren? Mochten Sie Beatmusik, waren Sie tanzen? Bringen Sie gerne alte Fotos o.ä. mit!
Donnerstag, 11. Dezember 2025, 15.30 Uhr im Café
Vom 2. November 2025 bis zum 8. Februar 2026 präsentiert das Museum Villa Rot die Ausstellung „Wendepunkte – Generation Mauerbau“, an der wir uns beteilgten. Thematisiert wird das Schaffen von Künstlerinnen und Künstlern, die um 1961 – dem Jahr des Mauerbaus – geboren wurden. Dieses ist Teil der kollektiven Erinnerung an die politische Teilung Deutschlands und die Friedliche Revolution. Es dokumentiert zugleich, wie sich gesellschaftliche Umbrüche, historische und politische Erfahrungen in der Kunst widerspiegeln. Gezeigt werden Werke der Malerei, Zeichnung, Fotografie, Objekte, Installationen und Videokunst. Integriert wurden auch Teile unserer aktuellen Wanderausstellung zum Fotografen Mahmoud Dabdoub, der sowohl den Alltag in der DDR als auch den Mauerfall und die anschließende Transformation mit seiner Kamera dokumentierte.
Ausstellungsort:
Museum Villa Rot
Schlossweg 2
88483 Burgrieden-Rot
Öffnungszeiten:
Donnerstag bis Samstag: 14 bis 17 Uhr
Sonn- und Feiertags: 11 bis 17 Uhr
Weitere Informationen unter: Villa Rot: Ausstellungen
Am 31. Oktober 1965 versammelten sich hunderte Jugendliche auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz in Leipzig, um gegen den Kahlschlag der Beatszene zu protestieren. „The Butlers“ und andere beliebte Leipziger Bands durften nicht mehr spielen, galten der SED als zu „westlich-dekadent“. Die Staatsmacht löste die Beatdemo schließlich brutal auf und nahm mindestens 267 Fans vorläufig fest. Gegen 162 Jugendliche wurden „Straf- und Erziehungsmaßnahmen“ eingeleitet, über 100 Beatfans wurden direkt im Anschluss für zwei bis drei Wochen in ein „Arbeitserziehungslager“ im Braunkohletagebau bei Leipzig eingewiesen, wo sie im Gleisbau körperlich hart arbeiten mussten.
Mit Unterstützung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, der Stadt Leipzig und privatem Sponsoring sowie unseren Partnern sind spannende Veranstaltungen geplant, um an das größte Leipziger Protestereignis zwischen dem 17. Juni 1953 und der Friedlichen Revolution 1989 zu erinnern.
| 30.10. | 20 Uhr Festkonzert All you need is beat. 60 Jahre Leipziger Beatdemo und Verbot von „The Butlers“ Lindensaal Markleeberg ausverkauft, Warteliste |
| 31.10. |
Live-Beatmusik auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz mit Stephan Langer & Thomas Spillner
19.30 Uhr |
| 02.11. | 14 Uhr„Freiheit für alle Beatfans!“ Audiowalk von Diana Wesser durch die Leipziger Innenstadt, mit Führung durch die Künstlerin Begrenzte Platzzahl, bitte Anmeldung an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Eine Veranstaltung des Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. Treff: Wilhelm-Leuschner-Platz, Großfotos |
| 27.10 bis 14.11. |
Auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz erinnern drei Großfotos Passant:innen an das Protestereignis von 1965 |
Veranstaltungsplan als pdf-Datei
Flyer zum 60. Jahrestag der "Beat-Demo" (pdf)
Es werden immer noch Zeitzeug:innen der Leipziger Beatdemo gesucht! Bitte melden Sie sich bei uns!
Im Rahmen der Jüdischen Woche und des Besuchsprogramms für ehemalige jüdische Leipziger und deren Nachfahren werden am 25.6.2026 weitere STOLPERSTEINE verlegt. An 6 Orten Leipzigs kommen 22 neue Erinnerungsmale. Zu den Verlegungen begrüßen wir Familienangehörige aus den USA und Deutschland.
https://www.stolpersteine-leipzig.de/#termine
Beim Einbau der Steine werden wir vom Städtischen Eigenbetrieb Behindertenhilfe (SEB) unterstützt.
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