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Seit Vereinsgründung 1991 sammelt das Archiv die hinterlassenen Selbstzeugnisse der DDR-Opposition, der Bürgerbewegung und der in den Jahren 1989/90 entstandenen Initiativen und Parteien. Wir möchten diese Unterlagen sichern, erschließen und dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich machen.
Mit der kontinuierlichen Sammlung relevanter Schrift-, Bild- und Tonquellen lassen sich die Anfänge des politischen Protestes, die Ursachen und der Verlauf der Friedlichen Revolution und das Entstehen demokratischer Strukturen umfangreich und detailliert belegen.
Das Archiv Bürgerbewegung Leipzig beteiligt sich am Tag der Archive am 7. März 2026.
In diesem Jahr steht der Tag der Archive unter dem Motto „Alte Heimat – Neue Heimat“. Auch das ABL öffnet zwischen 10 und 16 Uhr seine Türen und lädt ein:
10.30 Uhr - Blick ins Magazin – Archivführung
14.00 Uhr - Zeitzeugengespräch mit Bernd Stracke, als Punk 1986 in die Bundesrepublik freigekauft
Die im Archiv Bürgerbewegung aufbewahrten Dokumente und Fotografien erzählen spannende Geschichten über Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten oder (mehr oder weniger) freiwillig eine neue gesucht haben. Die Archivführung ermöglicht einen Blick „hinter die Kulissen“, in das Magazin und in die Bestände. Gezeigt werden u. a. zahlreiche Fotografien zur Devastierung im Leipziger Südraum und zum städtebaulichen Wandel Leipzigs seit 1990.
Wir präsentieren zudem die Wanderausstellung "Exit. Reise ohne Rückkehr?". Sie erzählt die Lebensgeschichten von sieben Ostdeutschen, die in den 1970er- und 1980er-Jahren in die Bundesrepublik übersiedelten.
Zu Gast ist außerdem Bernd Stracke, der als Punk der ersten Generation in Leipzig massiver Überwachung und Verfolgung ausgesetzt war. Schließlich entschied er sich für das Stellen eines Ausreiseantrages. Er wurde 1986 aus der Haft freigekauft und ging nach Westberlin. Wir wollen von ihm wissen, wie das für ihn war mit dem Verlust der alten und dem Ankommen in der neuen Heimat.
Weitere Informationen zum Tag der Archive
In den vergangenen Wochen wurden dem Archiv Bürgerbewegung Leipzig neben zahlreichen Unterlagen des Paulinervereins, einer Bürgerinitiative zum Wiederaufbau der Universitätskirche und Augusteum e. V., rund 200 Aktenordner der Bundesgeschäftsstelle sowie des Landesverbandes Sachsen der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) übergeben. Der Paulinerverein bemüht sich seit seiner Gründung im Jahr 1992, die Erinnerung an die Sprengung der Leipziger Universitätskirche am 30. Mai 1968 wachzuhalten.
„Der Magazinflächen des Archivs sind fast vollständig belegt. Wir brauchen dringend neue Räume.“ berichtet Archivleiterin Dr. Saskia Paul. Und weiter: „Wir bedanken uns für das Vertrauen der Sammlungsgeber und deren Bereitschaft, uns diese wichtigen Unterlagen zu überlassen.“ Das Archivgut wird nun sobald wie möglich wissenschaftlich erschlossen, archivgerecht gelagert und anschließend der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Hunderte Jugendliche versammelten sich vor 60 Jahren am 31. Oktober 1965 auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz in Leipzig, um gegen den Kahlschlag in der Beatszene zu protestieren. Die BUTLERS und andere beliebte Leipziger Bands durften nicht mehr spielen, galten der SED als zu »westlich-dekadent«. Die Staatsmacht löste die Beatdemo brutal auf und nahm allein am Vormittag mindestens 267 Fans vorläufig fest. 162 Jugendliche mussten im Braunkohletagebau zur Strafe Schwerstarbeit verrichten oder werden inhaftiert.
Um an dieses größte Protestereignis in Leipzig zwischen dem 17. Juni 1953 und der Friedlichen Revolution 1989/89 zu erinnern, fanden zahlreiche Veranstaltungen von uns und unseren Partnern statt: das historische und letzte Festkonzert der BUTLERS im Lindensaal Markleeberg (organisiert von Falk Johne, BUTLERS), Live-Beatmusik mit Thomas Spillner und Stephan Langer auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz, die Audiowalk-Premiere mit Zeitzeug:innen (drei Rundgänge, Regie: Diana Wesser), unsere Ausstellungseröffnung im Leipziger Schulmuseum sowie ein Podiumsgespräch am Abend des 31. Oktobers zu Musik und Protest.
Drei Jahre ist es her, als der Bundestag in einer Debatte beschloß, die Erinnerung an den Holodomor als Bildungsaufgabe zu fördern. Passiert ist seitdem nichts. In einem neuerlichen Brief wenden wir uns zusammen mit weiteren Unterzeichnern an die Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend Karin Prien. Trotz Bildungsförderalismus sollte es der Bundesbildungsministerin möglich sein, auf ihre Kolleginnen und Kollegen in den Bundesländern einzuwirken und das Thema inhaltlich in die Bildung einzubringen.
Der Leipziger Piratensender Kanal X ging am 17. März 1990, dem Vorabend der ersten freien Volkskammerwahl in der DDR, auf Sendung. Als Fernsehkanal existierte er bis April 1991, nachdem ihm eine Sendelizenz in der nun gesamtdeutschen Medienlandschaft verwehrt wurde. Das Projekt existierte allerdings bis 1994 als „Kanal X – Lokaler Fernsehsender Leipzig – International e.V.“ weiter und produzierte u.a. Beiträge für andere Fernsehanstalten.
Der gesamte erhalten gebliebene Bestand des Senders wurde dem Archiv Bürgerbewegung Leipzig übergeben und ist durch die Projektförderung der Bundesstiftung Aufarbeitung öffentlich nutzbar. Die über 500 Kassetten und mehr als 100 Stunden digitalisierten Filme dokumentieren sehr facettenreich die Zeit gewaltiger mentaler, sozialer, kultureller, wirtschaftlicher und städtebaulicher Umbrüche in Ostdeutschland, speziell in Leipzig und Umgebung.
Einen Ein- und Überblick bekommen Sie hier: www.kanalx.org
Unter www.dieanderejugend.de sind Online-Module für Schüler:innen zu Beat, Heavy-Metal, Breakdance, Punk, Neonazis und rechtsextremen Jugendlichen in der DDR und zur Umweltbewegung zu finden. Unterstützt von der Stiftung Sächsischen Gedenkstätten sind ab sofort Projekttage zum Thema Jugendkulturen sowie Fortbildungen für Multiplikator:innen zur Lernplattform auf Anfrage möglich!
Ob mittels eines Erklärvideos, einer interaktiven Karte, Auszügen aus Zeitzeug:innen-Interviews oder Gedächtnisprotokollen und Aktenauszügen - die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Jugendszenen in der DDR erfolgt in den einzelnen Modulen exemplarisch, multiperspektivisch und gegenwartsbezogen. Anhand der abwechslungsreichen und gleichzeitig reduzierten Inhalte sowie konkreten Aufgabenstellungen können die Schüler:innen ihren eigenen Lernweg wählen, Ergebnisse sichern und ein eigenes mediales Produkt erstellen.
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