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Seit Vereinsgründung 1991 sammelt das Archiv die hinterlassenen Selbstzeugnisse der DDR-Opposition, der Bürgerbewegung und der in den Jahren 1989/90 entstandenen Initiativen und Parteien. Wir möchten diese Unterlagen sichern, erschließen und dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich machen.
Mit der kontinuierlichen Sammlung relevanter Schrift-, Bild- und Tonquellen lassen sich die Anfänge des politischen Protestes, die Ursachen und der Verlauf der Friedlichen Revolution und das Entstehen demokratischer Strukturen umfangreich und detailliert belegen.
Wir freuen uns sehr, dass unserem Verein für seine in 35 Jahren geleistete Arbeit der Karl-Wilhelm Fricke-Preis verliehen wird.
Was für eine Ehre einen Preis zu erhalten, der diesen Namen trägt und durch eine Spende von Burkhart Veigel möglich wurde, der unter großen Gefahren so vielen Menschen aus der DDR die Freiheit schenkte.
Wir danken deshalb an dieser Stelle ausdrücklich der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Jury für diese Entscheidung und das damit verbundene Vertrauen.
Die Auszeichnung verstehen wir zugleich als Auftrag und große Herausforderung, diesem namhaften Preis auch in Zukunft gerecht zu werden.
Wir werden diese große Herausforderung annehmen und uns angesichts der immer mehr um sich greifenden DDR-Nostalgie und der zunehmenden Sehnsucht nach Autokraten, weiterhin dafür einsetzen, dass diese ostmitteleuropäischen Freiheitsrevolutionen und die Menschen, die sie unter Einsatz ihres Lebens und ihrer Freiheit getragen haben, nicht vergessen werden. Freiheit ist ein hohes Gut, das täglich aufs Neue verteidigt werden muss.
Zunächst aber wird gefeiert! Die Preisverleihung findet am 11. Juni 2026 um 18 Uhr in Berlin statt. Seid gern dabei!
Pressemitteilung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur -->
„Bärbel Bohley - Tagebuch einer Auflehnung“ - Filmpremiere mit Regisseur Fosco Dubini am 20. Juni 2026!
Deutschland, Schweiz 2025 von Fosco Dubini, Barbara Marx, 96 min., Dokumentarfilm
Bärbel Bohley war eine ostdeutsche Künstlerin und Bürgerrechtlerin. Sie wurde 1988 als Oppositionelle in der DDR verhaftet und zwangsweise in den Westen abgeschoben. Über die Zeit in Westdeutschland und ihre Reisen nach England, Frankreich und Italien sowie ihre Begegnungen mit westeuropäischen Intellektuellen und Politiker:innen führte sie ein Tagebuch als Zeugnis ihres ungebrochenen Widerstands. Nach 6 Monaten erkämpfte sie ihre Rückkehr in die DDR – ein einmaliger Vorgang. Sie wurde Mitbegründerin der Bürgerrechtsbewegung „Neues Forum“ und das prominente Gesicht der Friedlichen Revolution 1989. Sie verstarb 2010 an Krebs.
Die kurze intensive Phase radikaler Veränderung 1988–89 in der DDR steht im Fokus des Films. Parallel zu den Stationen des Tagebuchs, denen die Filmerzählung folgt, schildern enge Freunde und Mitstreiterinnen ihre eigenen Erfahrungen mit der Staatssicherheit, den perfiden Unterdrückungsmaßnahmen und den Haftbedingungen im Gefängnis Berlin Hohenschönhausen. Auch die Frage, ob politische Häftlinge in den Gefängnissen möglicherweise radioaktiv verstrahlt wurden, wirft ein neues Licht auf das Regime der DDR. Zudem ergänzen die Protagonist:innen die eigenen Aussagen Bohleys durch ihre Perspektive auf ihre Ausbürgerung und ihre Biografie.
Im Anschluss laden wir zum Gespräch mit dem Regisseur Fosco Dubini ein.
Moderation: Stephan Bickardt, Bürgerrechtler und Weggefährte
Samstag, 20.06.2026, 17 Uhr
Kinobar „Prager Frühling“
Bernhard-Göring-Straße 152
04277 Leipzig
Das Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. sucht zum 1. September 2026 eine/n Beschäftigte/n im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes für ein Jahr bis zum 31. August 2027.
Du hast Lust, die Arbeit in einem kleinen Archivteam und einer Einrichtung für politische Bildung kennen zu lernen und bist interessiert an der Geschichte von Widerstand und Opposition in der ehemaligen DDR / SBZ?
Dann bewirb Dich schriftlich bis zum 20. Juni 2026.
Anlass war das 35. Gründungsjubiläum des ABL. Im Rahmen ihres Besuches am 6. Mai 2026 informierte sie sich zu den umfangreichen Beständen zu Widerstand, Opposition, Repression und Demokratisierung sowie zur historisch-politischen Bildungsarbeit des ABL. Im Mittelpunkt standen die verschiedenen Aktenbestände der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS), welche das ABL seit 2018 erschließt und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt.
Die Vereinigung der Opfer des Stalinismus wurde 1950 in Westberlin als Organisation ehemals in der SBZ/DDR politisch Inhaftierter gegründet. Sie hatte 1950 mehr als 30.000 Mitglieder und ist somit die größte Vereinigung ehemals politisch Inhaftierter der SBZ und DDR. Unter ihnen befanden sich z.B. Verurteilte Sowjetischer Militärtribunale (SMT), Betroffene der Waldheim-Prozesse, sogen. Republikflüchtige und weitere vom Stalinismus Verfolgte.
Vorstand und Team des ABL sind überzeugt, die Bestände können bei der weiteren Aufarbeitung von Unrecht in der SBZ und DDR von großem Nutzen sein.
In den vergangenen Wochen wurden dem Archiv Bürgerbewegung Leipzig neben zahlreichen Unterlagen des Paulinervereins, einer Bürgerinitiative zum Wiederaufbau der Universitätskirche und Augusteum e. V., rund 200 Aktenordner der Bundesgeschäftsstelle sowie des Landesverbandes Sachsen der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) übergeben. Der Paulinerverein bemüht sich seit seiner Gründung im Jahr 1992, die Erinnerung an die Sprengung der Leipziger Universitätskirche am 30. Mai 1968 wachzuhalten.
„Der Magazinflächen des Archivs sind fast vollständig belegt. Wir brauchen dringend neue Räume.“ berichtet Archivleiterin Dr. Saskia Paul. Und weiter: „Wir bedanken uns für das Vertrauen der Sammlungsgeber und deren Bereitschaft, uns diese wichtigen Unterlagen zu überlassen.“ Das Archivgut wird nun sobald wie möglich wissenschaftlich erschlossen, archivgerecht gelagert und anschließend der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Hunderte Jugendliche versammelten sich vor 60 Jahren am 31. Oktober 1965 auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz in Leipzig, um gegen den Kahlschlag in der Beatszene zu protestieren. Die BUTLERS und andere beliebte Leipziger Bands durften nicht mehr spielen, galten der SED als zu »westlich-dekadent«. Die Staatsmacht löste die Beatdemo brutal auf und nahm allein am Vormittag mindestens 267 Fans vorläufig fest. 162 Jugendliche mussten im Braunkohletagebau zur Strafe Schwerstarbeit verrichten oder werden inhaftiert.
Um an dieses größte Protestereignis in Leipzig zwischen dem 17. Juni 1953 und der Friedlichen Revolution 1989/89 zu erinnern, fanden zahlreiche Veranstaltungen von uns und unseren Partnern statt: das historische und letzte Festkonzert der BUTLERS im Lindensaal Markleeberg (organisiert von Falk Johne, BUTLERS), Live-Beatmusik mit Thomas Spillner und Stephan Langer auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz, die Audiowalk-Premiere mit Zeitzeug:innen (drei Rundgänge, Regie: Diana Wesser), unsere Ausstellungseröffnung im Leipziger Schulmuseum sowie ein Podiumsgespräch am Abend des 31. Oktobers zu Musik und Protest.
Drei Jahre ist es her, als der Bundestag in einer Debatte beschloß, die Erinnerung an den Holodomor als Bildungsaufgabe zu fördern. Passiert ist seitdem nichts. In einem neuerlichen Brief wenden wir uns zusammen mit weiteren Unterzeichnern an die Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend Karin Prien. Trotz Bildungsförderalismus sollte es der Bundesbildungsministerin möglich sein, auf ihre Kolleginnen und Kollegen in den Bundesländern einzuwirken und das Thema inhaltlich in die Bildung einzubringen.
Der Leipziger Piratensender Kanal X ging am 17. März 1990, dem Vorabend der ersten freien Volkskammerwahl in der DDR, auf Sendung. Als Fernsehkanal existierte er bis April 1991, nachdem ihm eine Sendelizenz in der nun gesamtdeutschen Medienlandschaft verwehrt wurde. Das Projekt existierte allerdings bis 1994 als „Kanal X – Lokaler Fernsehsender Leipzig – International e.V.“ weiter und produzierte u.a. Beiträge für andere Fernsehanstalten.
Der gesamte erhalten gebliebene Bestand des Senders wurde dem Archiv Bürgerbewegung Leipzig übergeben und ist durch die Projektförderung der Bundesstiftung Aufarbeitung öffentlich nutzbar. Die über 500 Kassetten und mehr als 100 Stunden digitalisierten Filme dokumentieren sehr facettenreich die Zeit gewaltiger mentaler, sozialer, kultureller, wirtschaftlicher und städtebaulicher Umbrüche in Ostdeutschland, speziell in Leipzig und Umgebung.
Einen Ein- und Überblick bekommen Sie hier: www.kanalx.org
Unter www.dieanderejugend.de sind Online-Module für Schüler:innen zu Beat, Heavy-Metal, Breakdance, Punk, Neonazis und rechtsextremen Jugendlichen in der DDR und zur Umweltbewegung zu finden. Unterstützt von der Stiftung Sächsischen Gedenkstätten sind ab sofort Projekttage zum Thema Jugendkulturen sowie Fortbildungen für Multiplikator:innen zur Lernplattform auf Anfrage möglich!
Ob mittels eines Erklärvideos, einer interaktiven Karte, Auszügen aus Zeitzeug:innen-Interviews oder Gedächtnisprotokollen und Aktenauszügen - die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Jugendszenen in der DDR erfolgt in den einzelnen Modulen exemplarisch, multiperspektivisch und gegenwartsbezogen. Anhand der abwechslungsreichen und gleichzeitig reduzierten Inhalte sowie konkreten Aufgabenstellungen können die Schüler:innen ihren eigenen Lernweg wählen, Ergebnisse sichern und ein eigenes mediales Produkt erstellen.
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