Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.

Christoph MotzerChristoph Motzer war in den 1980er Jahren in verschiedenen Leipziger Oppositionsgruppen aktiv (AG UmweltArbeitsgruppe Umweltschutz (AGU) - Die AGU war seit Anfang der 80er Jahre in Zusammenarbeit mit dem Kirchlichen Forschungsheim Wittenberg ein Zentrum der ökologischen Bewegung in der DDR. Sie war beim Jugendpfarramt angegliedert und gab von 1981 bis 1989 das Informationsblatt "Streiflichter" heraus. Da die Gruppe zeitweise über 70 Mitarbeiter hatte, gab es mehrere selbständige Untergruppen. Diese beschäftigten sich Mitte der 80er Jahre u.a. mit Umwelterziehung und der Sammlung von Informationen über Verstöße gegen gesetzliche Bestimmungen auf dem Gebiet des Umweltschutzes. Anlässlich des Weltumwelttages (5. Juni) organisierte die AGU alljährlich öffentliche Aktionen, z.B. Fahrraddemonstrationen ("Mobil ohne Auto"), mit denen gegen die Umweltgefährdung durch den Autoverkehr protestiert wurden., AG MenschenrechteAG Menschenrechte: Die Arbeitsgruppe Menschenrechte (AGM) wurde Anfang 1987 von Pf. Wonneberger gegründet und war fest in der Lukas-Gemeinde verankert. Sie beschäftigte sich vor allem mit Menschenrechtsverletzungen im Ostblock und setzte sich für einen Sozialen Friedensdienst ein. Ab 1989 arbeitete die AGM eng mit dem AK Gerechtigkeit zusammen. Sie organisierte den Statt-Kirchentag. In der Lukasgemeinde wurde eine Bibliothek eingerichtet., IG LebenInitiativgruppe Leben (IGL) - Im Mai 1987 vom radikalen Flügel der Arbeitsgruppe Umweltschutz (AGU) gegründet. Für ihre ca. 30 Mitglieder waren ökologische Verbesserungen an politische Reformen geknüpft. Im Zentrum des Engagements der IGL stand die Öffentlichkeitsarbeit (Beteiligung mit eigenen Transparenten an Umzügen und Demonstrationen, Erarbeitung von Wanderausstellungen, Organisation von Aktionstagen). Eine besonders wirkungsvolle Aktion war dabei der Pleißemarsch 1988. Da die Gruppe nur unregelmäßig kirchliche Räume nutzen konnte, traf sie sich in Privatwohnungen und in einer leerstehenden Wohnung, die als alternatives „Cafe“ genutzt wurde. In der stark basisdemokratisch orientierten Gruppe wurde der Eigeninitiative Vorrang vor dem Gruppenkonsens gegeben, so dass viele öffentliche Aktionen von Gruppenmitgliedern ohne "Gruppenbeschluss" realisiert wurden. Einige Mitglieder der IGL organisierten 1988/89 das "Leipziger Straßenmusikfestival“. ). Er gehörte zu den Fotografen der "Szene“. Seine Elektrikerlehre begann er 1980 bei der Reichsbahn in Leipzig-Wahren. Christoph Motzer erzählt von den ritualisierten Arbeits- und Pausenabläufen und der Gleichgültigkeit der Belegschaft gegenüber gesellschaftlichen Problemen.

 

 

Lebenslauf

  • geb. in Leipzig 1963
  • ab 1980 Lehre als Elektriker
  • 1882/83 diakonisches Jahr
  • Mitarbeit in der AG Umwelt und AG Menschenrechte
  • Fotograf und Dokumentarist
  • Seit 1990 in der Leipziger Stadtverwaltung Abt. Sozialwesen Thema Obdachlosigkeit
 
Bildergalerie:
 
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