Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.

Am 4. September 2013 wurde um 19.00 Uhr der Dokumentarfilm "'Revolte" am Ostseestrand. Die wahre Geschichte der Glatzkopfbande" von Inge Bennewitz und Jürgen Ast (astfilm productions, 45 min, D 2001) in der Kinobar Prager Frühling gezeigt. Nach der Filmvorführung fand ein Gepräch mit Inge Bennewitz (Filmautorin) und Jürgen Lehmann (Zeitzeuge), moderiert von Stephan Bickhardt, statt.

Glatzkopfbande Internetseite

Vor gut 60 Jahren kam ein DEFA-Jugendfilm in die DDR-Kinos, mit dem die SED-Propaganda den Mauerbau rechtfertigen wollte: "Die Glatzkopfbande" - angeblich authentisch. Der Film zeigt eine Gruppe krimineller Rowdys an der Ostsee. Er geht zurück auf einen ernsthaften Zwischenfall, der am 1. August 1961 auf dem Campingplatz Bansin durch eine Vielzahl dramatischer Versorgungsengpässe verursacht wurde. In der Folge wurden 11 Jugendliche in zwei aufwendig inszenierten Schauprozessen zu insgesamt 27 Jahren Freiheitsentzug verurteilt.

Am 4. September 1961, vor genau 62 Jahren, wurden vier angebliche Rädelsführer, welche allein der Zufall in Bansin zusammengeführt hatte, wegen eines "faschistischen Putschversuches" zu Zuchthausstrafen bis zu 8 Jahren verurteilt. Die Dokumentation rekonstruiert den Fall und läßt zahlreiche Zeitzeugen zu Wort kommen: Verurteilte, den damaligen Bansiner Bürgermeister, einen Volks- und eine Grenzpolizisten und zeigt schockierende Hetzpropaganda.

04.09.2013 Internet

Der Film hat deutlich gemacht, wie man als Jugendlicher in der SED-Diktatur unverschuldet zum Opfer politischer Propaganda und Justiz werden konnte. In beeindruckender Weise erzählte der Zeitzeuge Jürgen Lehmann vom damaligen Geschehen und seinem weiteren Leben. Die Verhöre durch die Staatssicherheit und der Schauprozess sind nicht spurlos an den Jugendlichen vorüber gegangen. Der Filmautorin Inge Bennewitz ist es zu verdanken, dass dieses Kapitel der Geschichte in Erinnerung bleiben wird.

Eine Veranstaltung des Archiv Bürgerbewegung Leipzig, der Kinobar Prager Frühling und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Aufbruch nach Europa Vom 25. September 2015 bis zum 11. Oktober 2015 war Open-Air-Ausstellung "Aufbruch nach Europa - Der ostmitteleuropäische Kontext der Friedlichen Revolution 1989 in der DDR“ auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz zu sehen.

Eröffnet wurde sie am 25. September 2015 mit einem  Ausstellungsrundgang und einem Podiumsgespräch im Pavillon "Frei_Raum" mit Werner Schulz (Europaabgeordneter), Adam Krzeminski (Journalist) und Simon Wolf (Initiative Mittel- und Osteuropa e.V.) über den gegenwärtigen Zustand der europäischen Willensgemeinschaft (Moderation: Sven Heitkamp).

Auf den Fotos der Herbstdemonstrationen von 1989 in der DDR lassen sich viele Bezüge zum Schicksal der mittel- und osteuropäischen Nachbarn finden. Diese Beachtung, der Austausch und die Solidarität trugen letztendlich zum Erfolg der Friedlichen Revolution bei. Doch dieser Sinnzusammenhang brach mit den Möglichkeiten und Problemen der deutschen Einheit ab.