Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.

Buchcover Rotstift klein "Rotstift – Medienmacht, Zensur und Öffentlichkeit in der DDR", herausgegeben vom Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V., ist die Begleitbroschüre zur gleichnamigen Wanderausstellung des Archivs aus dem Jahr 2014. Gefördert mit Mitteln des Freistaates Sachsen / Förderrichtlinie 25 Jahre Friedliche Revolution.

Sie enthält ein Vorwort von Lutz Rathenow und Beiträge von Maria Nooke, Andreas Peter Pausch, Thomas Purschke, Barbara Tewes und Peter Wensierski.

Die demagogische politische Kunst der SED-Diktatur bestand darin, den Beherrschten wesentliche Informationen vorzuenthalten und den Rotstift im Sinne ihrer ideologischen Wahrheit anzusetzen.
Die SED-Medienmacht war allumfassend. Die Staatspartei und ihre bürokratischen Institutionen kontrollierten und reglementierten jedes Informationsmedium. Mit ihrer Zensur versteckte die SED große Teile der Wirklichkeit und wirkte somit gesellschafts- und freiheitsfeindlich.
Mit dem Herstellen und Verbreiten illegaler Schriften artikulierte sich Gegenwehr. Diese Untergrundschriften, ihre Umschlagplätze - die Umwelt- und Friedensbibliotheken - und oppositionelle Netzwerke stellten eine Gegen-Öffentlichkeit her.
Wesentlichen Einfluss auf die Meinungsbildung der DDR-Bevölkerung nahmen die Westmedien. Sie konnten das Medienmonopol der SED durch Funk und Fernsehen weitreichend durchbrechen.
Während der Herbstdemonstrationen im Jahr 1989 war die Forderung nach Presse- und Meinungsfreiheit eines der wichtigen Anliegen der Demonstrierenden. Die neu gegründeten oppositionellen Parteien und Bürgerbewegungen und der Druck der Straße beendete die Herrschaft der Allmachtspartei – auch im Medienbereich.

Publikation Rotstift Rückseite neu und klein

Nähere Informationen zur Wanderausstellung erhalten Sie hier - und virtuell finden Sie "Rotstift" als Internetpräsentation unter: http://rotstift.archiv-buergerbewegung.de/