Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.

Graben für den FriedenDie Wanderausstellung „Graben für den Frieden? – Die Bausoldaten in der DDR“ arbeitet die Geschichte einer vom Staat und von der Gesellschaft marginalisierten „Gruppierung“, unter Verwendung bisher nicht veröffentlichte Fotos und Dokumente historisch auf.

In der DDR gab es für Wehrpflichtige kein verfassungsmäßiges Recht auf Kriegsdienstverweigerung aus Glaubens- und Gewissensgründen. Mit der Einführung der Wehrpflicht 1962 kristallisierte sich allerdings ein Potential an Wehrdienstverweigerern heraus, weshalb die Staats- und Parteiführung die „Anordnung des nationalen Verteidigungsrates der Deutschen Demokratischen Republik über die Aufstellung von Baueinheiten im Bereich des Ministeriums für Nationale Verteidigung“ im September 1964 in Kraft treten ließ. Entsprechend ihrem Wortlaut konnten Wehrpflichtige, welche sich auf „religiöse Anschauungen“ oder „ähnliche Gründe“ beriefen, in der Nationalen Volksarmee einen waffenlosen Dienst als Bausoldat ableisten. Dies war im gesamten Ostblock die einzige Möglichkeit eines waffenlosen Wehrdienstes.

In der militarisierten, durch Propagierung von allen Militärischen geprägten Zivilgesellschaft mussten Waffendienstverweigerer mit Diskriminierung und Stigmatisierung rechnen.

ausst-bausoldaten_190Hierzu gehörten Bildungs- und Berufsnachteile, aber auch die Beobachtung und Kontrolle durch die Staatssicherheit. Neben einem Abriss der historischen Entwicklung, thematisiert ein Exkurs den Aspekt der prinzipiellen Wehrdienstverweigerung, der spezifischen Konflikte, mit denen die Bausoldaten durch die militärische Einbindung oder die Arbeitseinsätze beim Bau militärischer Anlagen zu kämpfen hatten. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Aktivitäten einiger Bausoldaten nach dem Militärdienst, ihrem Engagement gegen die Militärdoktrin der DDR, Beratung und Aufklärung junger Wehrpflichtiger über den Bausoldatendienst, auch unter dem Dach der Kirche.

Die Ausstellung besteht aus 15 gerahmten Bild-/Texttafeln in den Maßen 136 x 96 cm auf 2,20 m Standrohren im Combino-Stecksystem. Das Einzelgewicht der Tafeln beträgt ca. 6 kg.

 

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